Warum VAA? 
 - Ein festes Fundament - 

Ein festes Fundament
 
-  Gott kennen lernen von Anfang an -



   Es ist Donnerstagvormittag 9.20 Uhr. Das Wohnzimmer ist vorbereitet für die Krabbelgruppe, zu der etwa 10 Mütter mit ihren Kindern im Alter von ein paar Wochen bis 3 Jahren erwartet werden. Nach und nach kommen sie und füllen den Raum. Mütter und Kinder sitzen erwartungsvoll in der Runde, bis das Programm beginnt.
      Heute begrüßt die Handpuppe Lisa jedes Kind mit dem Lied "Ja grüß’ dich lieber Valentin, ich freu’ mich, dass du da bist, und ich weiß, dass Gott dich liebt." Es folgt ein Lied, das von der Größe der Liebe Gottes spricht. Die Kinder kennen es schon gut, so dass die Zwei- und Dreijährigen mitsingen und auch die Bewegungen dazu mitmachen.
       Plötzlich laufen die Kinder zur Leiterin - sie hat davon gesprochen, dass Gott jedes einzelne Kind wunderbar gemacht hat und dass sie sich jetzt im Spiegel anschauen können. Jedes Kind bekommt einen kleinen Spiegel in die Hand und hört für sich die Botschaft: "Schau dich nur an, Gott hat dich gemacht, ja, er hat dich schön gemacht." Was hat Gott uns alles gegeben? Augen zum Sehen, Ohren zum Hören, eine Nase zum Riechen, Hände zum Klatschen, Füße zum Hüpfen und Stampfen, einen Mund zum Sprechen und Essen. Jede dieser Fähigkeiten wird mit Hilfsmitteln veranschaulicht und ausgeübt (Bild zum Anschauen, Glocke zum Hören, Parfüm zum Riechen, Banane zum Essen). Lieder begleiten und vertiefen die Aussagen und Erfahrungen, die die Kinder machen.
     Nun warten die Kinder schon darauf, dass sie eine kleine Bibel (NT) bekommen, in der sich auch ein kleines Bild befindet, immer passend zum Thema des Programms. Es wird gesungen: "In der Bibel steht geschrieben: Gott hat mich schön gemacht." Nach einem Dank-und Segensgebet und einem Abschlusslied löst sich die Runde auf. Die älteren Kinder stürmen in das Kinderzimmer zum Spielen, die Mütter unterhalten sich weiter im Wohnzimmer, im Kinderzimmer oder in der Küche bei einer Tasse Tee oder Kaffee. Manche hilfreiche Tipps und Erfahrungen werden ausgetauscht. So ermutigt und gestärkt freuen sich alle auf die nächste Woche.
     Die meisten Eltern möchten ihrem Kind das Beste geben, um ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Als Christen sind wir davon überzeugt, dass es für jeden Menschen das Beste ist, Gott, unseren liebenden himmlischen Vater kennen zu lernen. Warum also sollten wir warten, bis die Kinder in Kindergarten oder Schule sind, bevor wir ihnen Gott nahe bringen? Gott vertraut uns Kinder als ein kostbares Geschenk an und gibt uns die Chance und Aufgabe, sie für ihr Leben vorzubereiten und gute Grundlagen zu legen, auf denen sie ihr Leben aufbauen können. Dabei sind gerade die ersten Lebensmonate und Jahre von besonderer Bedeutung.
Die ersten Monate und Jahre sind die prägendsten

     Wie sinnvoll ist denn so eine Krabbelgruppe für die Kleinsten? Verstehen sie denn überhaupt etwas von der Botschaft, die ihnen vermittelt wird?
      Zahlreiche Untersuchungen und Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte kommen immer mehr zu dem Ergebnis, dass in den ersten Jahren ganz entscheidende Weichen für die spätere Intelligenz und Lebenstüchtigkeit der Kinder gelegt werden. Man könnte diese Entwicklung folgendermaßen veranschaulichen: Ein Baby kommt sozusagen mit einem "Minimalprogramm"auf seiner "Festplatte" (Gehirn) zur Welt. Alle Erfahrungen, die es macht, schreiben das Programm weiter.
     Das Gehirn benötigt in dieser Phase verlässlich wiederkehrende Informationen und Anregungen, die es am besten unmittelbar von Menschen bekommen sollte, da der emotionale Kontakt für die intellektuelle Entwicklung sehr wichtig ist.
     Über Begabungen und Persönlichkeitsmerkmale entscheiden nicht allein die Gene, sondern auch die Erfahrungen, die ein Baby in den prägenden ersten Monaten und Jahren macht. Wolf Singer, Neurowissenschaftler am Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung, fasst das Ergebnis seiner Untersuchungen folgendermaßen zusammen: "Es sind immer die Signale aus der Umwelt, die beeinflussen, wie sich die genetische Information entwickelt."
   In diesen ersten Monaten werden auch wichtige emotionale Grundlagen gelegt - das Urvertrauen bildet sich. Wenn das Baby gut versorgt wird und seine Bedürfnisse gestillt werden, wenn es Liebe und Annahme erfährt, dann entwickelt sich die Fähigkeit, anderen zu vertrauen, sich anderen anzuvertrauen, was eine wichtige Voraussetzung für die spätere Beziehungsfähigkeit ist.
   Diese Erkenntnisse zeigen, dass es sehr sinnvoll ist, schon den Kleinsten in ihr Fundament Gottes Liebe, Annahme und Geborgenheit hineinzulegen. Wenn sie immer wieder hören, dass Gott sie wunderbar geschaffen hat, wird es ihnen später leichter fallen, ihre Identität nicht primär in ihren Leistungen zu suchen, sondern in Gottes Ja zu ihnen. Damit ist auch die existentielle Frage "Woher komme ich?" schon beantwortet.
     Die Botschaft von Gott, dem Schöpfer, der die Welt um uns herum so vielfältig und wunderbar gemacht hat, zeigt Gottes Fürsorge für uns Menschen und vermittelt das Gefühl von Wertschätzung und Geborgenheit, was wiederum das Urvertrauen stärkt.

Gottes Auftrag an uns Eltern
   
   Aber es sind nicht  nur diese Überlegungen und Forschungsergebnisse, die uns motivieren sollten. Darüber hinaus gibt Gott uns Eltern den Auftrag, unsere Kinder mit ihm bekannt zu machen: "Was wir gehört und erfahren haben, ... das wollen wir auch unseren Kindern nicht verschweigen. Jede Generation soll von den mächtigen Taten Gottes hören, von allen Wundern, die er vollbracht hat. ... So soll jede Generation seine Weisungen kennen lernen - alle Kinder, die noch geboren werden. ... Sie alle sollen auf Gott ihr Vertrauen setzen und seine Machttaten nicht vergessen." (Ps 78,3-7).
      Wir sollen also der nächsten Generation von dem weitersagen, was wir von Gott wissen, was wir mit ihm erleben und unsere Kinder ihrem Alter entsprechend mit in unsere Beziehung zu Gott hinein nehmen. Unsere Kinder sollen die Möglichkeit bekommen, Gott im Alltag zu erleben und nicht nur am Sonntag in der Kirche oder Gemeinde. Dies kann schon im Alltag von Babys und Kleinkindern seinen Ausdruck finden, z. B. im Dankgebet für das Essen bzw. Trinken, beim Abendgebet vor dem Einschlafen, im Hinweis, dass Gott das Kind und die ganze Schöpfung um uns herum so wunderbar gemacht hat etc. So wächst das Kind mit dem Bewusstsein auf, dass es jemanden gibt, der immer da ist, für es sorgt, an den es sich wenden kann, von dem es geliebt wird. Und dieses Wissen legt ein wichtiges Fundament von Liebe, Annahme und Geborgenheit. So können sie lernen, ihr Vertrauen auf Gott zu setzen und später auch in schwierigen Zeiten sich an ihre Erfahrungen von Gottes Hilfe und Treue erinnern.
   Inzwischen gibt es schon viele Mutter-Kind-Gruppen und Kindergottesdienst-Gruppen, die nach dem oben beschriebenen Programm "Gott kennen lernen von Anfang an" arbeiten. Die Mütter kommen gerne und sind erstaunt, wie die Kinder mitmachen. Man merkt, dass sie die Lieder kennen und nach und nach immer mehr Wörter mitsingen. Die Kinder setzen die Erwachsenen immer wieder in Erstaunen mit dem, was sie alles schon verstehen, aufnehmen und wiedergeben können.
Die evangelistische Ausstrahlung
   
    Diese einfache und anschauliche Präsentation der Liebe Gottes primär für die Kinder bietet den Müttern die Möglichkeit, über ihr eigenes Gottesbild und ihre eigene Beziehung zu Gott nachzudenken. Dies führt für manche Mütter zu einer neuen oder erstmaligen Hinwendung zu Gott.
    Solche Kinderprogramme können auch evangelistisch eingesetzt werden: z.B. in Parks in Großstädten sammeln sich schnell sowohl Kinder als auch Erwachsene, wenn ein kleines Programm mit Liedern und Anschauungsmaterial gestaltet wird. Eine große Hilfe kann dieses Programm in Ländern sein, in denen keine christlichen Voraussetzungen vorhanden sind und die Grundzüge des Evangeliums auf ganz einfache Art vermittelt werden müssen.

Doris Braun (Jahrgang 1955) studierte Theologie und Anglistik und ist seit 1985 Mitarbeiterin bei Jugend mit einer Mission (JMEM) in Hurlach (Bayern). Sie hat das Von-Anfang-An-Programm mit entwickelt und schon zahlreiche Seminare dazu gehalten. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. - Verwendete Bibelübersetzung: Hoffnung für alle
Kleinkinder sollen von Gott hören
Biblische Werte vermitteln
  •  Gott liebt Kinder von Anfang an; sie sind für ihn wichtig und wertvoll (Mt 18,1–5; Ps 139,13–16).
  •  Gott gibt Eltern den Auftrag, ihre Kinder biblisch zu unterweisen (Ps 78,3–8; 5.Mose 6,5–7)
  • Kinder lernen in den ersten Jahren so viel wie nie mehr später im gleichen Zeitraum 
  • In den ersten Jahren werden Grundmuster angelegt, die das spätere Leben und Denken prägen
  • Als Christen haben wir die Aufgabe, „Saat“ auszusäen (Mt 13). Auch in die Herzen der kleinen Kinder können wir Gottes Wort pflanzen.
  • Wir sollten darauf achten, daß Gottes Wort und Gottes Liebe im Leben unserer Kinder wurzeln können, bevor „Dornen und Unkraut“ das Wachstum des göttlichen Samens behindern – also bevor unsere Kinder durch andere Denkvoraussetzungen geprägt werden
 
Den Kindern sollen – auf eine ihnen entsprechende Art – biblische Grundwerte und ein biblisches Gottesbild vermittelt werden:
  • ​Gottes Liebe und bedingungslose Annahme
  • Gott ist der Schöpfer der Natur und aller Lebewesen.
  •  Gott ist der Beschützer und Versorger.
  •  Gott ist unser Vater.
  •  Gott hat auch mich geschaffen und gewollt; ich bin für Gott wichtig und wertvoll.
  • Die Bibel ist Gottes Offenbarung an uns.
  •  Jesus, unser Freund
  •  Gebet
  •  Leben in der Familie

Programm für Mutter-Kind-Kreise und Kindergottesdienst
Täglich neue Gelegenheiten
Um mehrere Kinder zu erreichen, kann man kurze Kinder- programme (10–20 Minuten) mit den erwähnten Inhalten zusammenstellen, die in Mutter-Kind-Kreisen oder im Kinder-
gottesdienst eingesetzt weden können.

Unsere Erfahrungen und ausführliche Anleitungen wurden im VAA-Handbuch zusammengefasst.
Außerdem werden
Tagesseminare zum Thema angeboten.

Der Alltag bietet viele Möglichkeiten, den Kindern von Gott zu singen und zu  erzählen:
  • beim Wickeln: „Gott hat dich schön gemacht.“
  •  beim Stillen: „Danke, Vater, für die Milch.“
  •  beim Spazierengehen: „Gott hat die Bäume gemacht.“